Epifania

Epiphanie

Jahresbeginn im Zeichen des schlechten Wetters hier in Stella di Lemmen, angefangen mit dem denkwürdigen Weihnachtsmorgen – der zu den dunkelsten überhaupt zählt – gefolgt von unbeständigen Tagen, bedecktem Himmel, tiefhängenden Wolken und Nebel.

Dann Regen, viel feiner, anhaltender, manchmal peitschender Regen, mit heftigen Schauern. Nie zuvor haben wir so viel gesehen, seit wir hier sind.

Dunkelheit war die Protagonistin der Periode vom Jahresende bis heute, dem 6. Januar, dem Fest der „Befana“ – die nach alten Traditionen die Mutter Natur verkörpern würde. Grauheit, Nebel und Dunkelheit haben den Beginn des Winters durchdrungen.

Sogar die Wildschweine, die die Dunkelheit ausnutzten, wurden mutiger und dringen als unerwünschte Gäste in den Weinberg ein, auf der Suche nach Regenwürmern.

Und wenn eine gewisse Dämmerung, wie von der Winterzeit suggeriert, uns zur Introspektion, tiefen Reflexion und Meditation anregen und helfen sollte, so können wir doch nicht umhin, den weiteren, allgemeinen Verlust an Klarheit festzustellen, der uns Menschen in dieser unheilvollen Epoche ergreift. Angst, willkürliches Urteil, Konflikt wüten und stellen das Gleichgewicht, die Gelassenheit, den Respekt und die Werte der Freiheit, die uns auszeichnen sollten, auf eine harte Probe. Wie Dante schrieb und uns immer noch daran erinnert: „Ihr seid nicht geschaffen, um wie Tiere zu leben, sondern um Tugend und Wissen zu verfolgen.“

In der Zwischenzeit setzen wir unsere Arbeit auf dem Land unbeirrt fort: Wir pflanzen neue Bäume und Sträucher, reinigen und restaurieren Trockenmauern. Wir haben mit dem Rebschnitt begonnen, fleißig vorgehend und bei Regen und Nebel arbeitend, solange das Wetter es zulässt.

Trotz der harten Zeiten vertrauen wir weiterhin auf eine Verbesserung, auf das Gute, auf Fortschritt, auf Wachstum, so wie es seit Beginn dieses Abenteuers und sogar schon davor war. Deshalb ist uns die diesjährige Epiphanie besonders lieb.

Epiphanie ist ein griechischer Begriff (ἐπιϕάνεια) und bedeutet Offenbarung, Manifestation der Gottheit, oder, da Plural, der Gottheiten.

Man erzählt, dass die Heiligen Drei Könige dem Kometenstern folgten und den neugeborenen Jesus, den Christus, das Bewusstsein fanden. Die drei Könige haben sich auf die Reise begeben; sie haben sich vor der manifesten Göttlichkeit/dem Licht niedergeworfen; sie haben wertvolle Geschenke dargebracht.

Noch älter waren die Epiphanien Feste, die den Gottheiten gewidmet waren, bei denen sich eine von ihnen, insbesondere durch die Feierlichkeiten, im Tempel den Gläubigen offenbarte, sicherlich nicht physisch, sondern in ihrem Inneren.

Ich wünsche allen eine Neue Epiphanie, eine wahre, tiefe Offenbarung, wie sie die Natur selbst uns direkt anbietet, hier oder in unendlich vielen anderen Szenarien, wenn wir ihr unser Herz öffnen. Ein neuer Anfang des Friedens, des Lichts, der Leidenschaft.